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Buchnotizen

Hermann Hesse: Stufen

10. Januar 2010 , Geschrieben von Karen Veröffentlicht in #Gedichte

Stufen

 
Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
      blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
      zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

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Ferrarifan 01/26/2010 14:35


ICh liebe Hesse! Wie er mit Worten umgeht...


Karen 01/26/2010 18:23


ich  mag  seine Art  auch  sehr.


Winfried Schley 01/17/2010 18:14


Unter http://winfried.schley.over-blog.net/article-21198693.html git es eine bissige Variante davon.