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Buchnotizen

Rainer Maria Rilke (aus "GEDICHTE 1906 bis 1926 ")

6. Mai 2008 , Geschrieben von Karen Veröffentlicht in #Gedichte



Rainer Maria Rilke     (aus "GEDICHTE 1906 bis 1926 ")

WUNDERLICHES Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.


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